Tradition und Funktion: die Rolle der Berufsbekleidung im Dachdeckerhandwerk
Zunfthosen prägen bis heute das Bild von Dachdeckern – eine Tradition, die im Handwerk bewusst gepflegt wird. Die klassische
Zunfthose aus Cordstoff oder Doppelpilot steht für Zugehörigkeit und Handwerksstolz, ergänzt um
Zunftweste und
Zunfthemd. Moderne Zunftkleidung bietet viele funktionale Merkmale wie ergonomische Passform, CORDURA®-Verstärkungen und Kniepolstertaschen.
Für den Arbeitsalltag auf dem Dach hat sich neben traditioneller Zunftkleidung auch Arbeitskleidung für Dachdecker im moderneren Look etabliert. Materialien und Schnitte konzentrieren sich ganz auf Bewegungsfreiheit, Wetterschutz und Langlebigkeit.
Doch Tradition und Funktion schließen sich nicht aus: Wer den Zunft-Look schätzt, findet in modern interpretierten Accessoires eine Verbindung aus zünftigem Design und praktischem Nutzen für den Arbeitsalltag – etwa Leder-Werkzeugtaschen und -Nageltaschen im
e.s.vintage Sortiment.
Was Berufsbekleidung für Dachdecker leisten muss
Dacharbeiten zählen laut Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) zu den Tätigkeiten mit erhöhtem Absturzrisiko. Arbeitskleidung für Dachdecker muss so geschnitten sein, dass sie sicheres Klettern, Bücken und Knien nicht behindert – enganliegend an kritischen Stellen und trotzdem bewegungsfreundlich.
Drei weitere Faktoren prägen den Arbeitsalltag von Dachdeckern:
- mechanischer Verschleiß und körperliche Belastung durch Knien auf rauem Untergrund wie Schiefer oder Ziegeln
- Witterungswechsel zwischen Frost und Hitze über weite Teile des Jahres
- UV-Strahlung bei stundenlanger Arbeit ohne Schatten
Besonders bei Schieferarbeiten ist die Reißfestigkeit an Knien und Gesäß gefragt, denn scharfkantige Bruchstücke scheuern Gewebe schneller durch als glatte Dachziegel.
Die richtige Hose: zentral bei der Wahl der Arbeitskleidung für Dachdecker
Ziegel verlegen, Schiefer zuschneiden, Anschlüsse abdichten: Ein Großteil dieser Arbeiten passiert kniend auf rauem Untergrund, oft über Stunden hinweg. Diese Dauerbelastung macht sich langfristig an den Kniegelenken bemerkbar – Kniearthrose zählt bei Dachdeckern und anderen kniebelastenden Berufen deshalb zu den anerkannten Berufskrankheiten. Die richtige Arbeitskleidung kann die Belastung minimieren.
Darauf kommt es bei Arbeitshosen für Dachdecker an:
- Kniepolstertaschen: Sie nehmen externe Kniepolster auf, die helfen, Kniescheibe und Gelenke zu schonen – kein Komfort-Extra, sondern aktiver Gesundheitsschutz. Geprüfte Kniepolster erfüllen die Anforderungen der EN 14404, die Stoßdämpfung und Druckverteilung an der Kniescheibe regelt.
- Freie Hände beim Klettern und Steigen: Nageltaschen an der Hose halten Nägel, Schrauben und Kleinteile griffbereit, ohne dass Werkzeug lose verrutscht oder eine Hand zum Festhalten fehlt.
- Bewegungsfreiheit beim Bücken und Klettern: Ein dehnbarer Bund gibt bei Bewegung nach, ohne dass dabei die Hose verrutscht.
- Robustheit an Knien und Gesäß: Rauer Untergrund wie Schiefer oder Ziegel scheuert Gewebe schneller durch als glatte Flächen. Verstärkte Materialien verlängern hier die Lebensdauer.
- Griffbereites Werkzeug am Körper: Cargo-, Zollstock- und ggf. zusätzliche Werkzeugtaschen sparen Wege zum Werkzeugkoffer auf dem Dach.
Zwei Hosenmodelle aus der Kollektion
e.s.motion ten decken diese Anforderungen perfekt ab. Die
Bundhose e.s.motion ten kombiniert einen hohen Baumwoll-Anteil mit T400 Stretch und CORDURA®NYCO und ist daher besonders robust und elastisch. Dazu kommen Kniepolstertaschen mit Einschub von oben und Klettverschluss, eine vielteilige Cargotasche für Werkzeug und Kleinteile sowie eine separate Zollstocktasche. Der seitlich dehnbare Flexbelt®-Bund gibt beim Klettern und Bücken zusätzlich nach, ohne dabei zu verrutschen.
Wer häufig Werkzeug direkt am Körper griffbereit braucht, findet in der
Bundhose e.s.motion ten tool-pouch eine funktionale Erweiterung: Zwei zusätzliche Werkzeugtaschen am Bund fassen Hammer, Schraubenzieher und Kleinteile über Schlaufen und Fächer – praktisch etwa beim Verlegen von Dachlatten, wenn Werkzeug schnell zur Hand sein muss. Wenn nicht gebraucht, lassen sie sich platzsparend in die Schubtaschen stecken.
Tipp: Mit extra
Werkzeugtaschen für den Gürtel oder Bund lassen sich Hosen individuell und flexibel um Taschenlösungen erweitern – ganz wie es die jeweilige Aufgabe oder der heutige Arbeitstag verlangt.
Die richtige Jacke für den Wetterwechsel auf dem Dach
Dachdecker sind dem Wetter extrem ausgesetzt. Und: Die Witterung wechselt oft innerhalb weniger Stunden zwischen Wind, Regen und praller Sonne.
3-in-1-Jacken kombinieren eine wetterfeste Außenjacke mit herausnehmbarem Innenteil und passen sich so Jahreszeit und Einsatz an. Die
3-in-1-Funktionsjacke e.s.motion 2020 verbindet eine nach EN 343 geprüfte, wasserdichte und winddichte Außenjacke mit einer per Reißverschluss abnehmbaren Fleece-Thermostretch-Innenjacke, die auch einzeln getragen werden kann – praktisch für den Wechsel vom nasskalten Morgen zum wärmeren Nachmittag auf dem Dach.
Softshelljacken bieten Dehnbarkeit für Klettern und Steigen und sind dabei winddicht und oft auch wasserabweisend. Für Dachdecker zählt das doppelt, weil eingeschränkte Bewegungsfreiheit in der Höhe schnell zum Sicherheitsrisiko wird. Strauss hat mehrere Softshelljacken im Sortiment, die optimal auf die Bedürfnisse von Dachdeckern abgestimmt sind:
- Für Frühling und Herbst eignet sich die
Softshelljacke e.s.motion 2020: Leicht, elastisch und innen komplett mit Fleece ausgestattet, sitzt sie nah am Körper und schränkt beim Arbeiten auf dem Dach nicht ein.
- Sobald die Temperaturen fallen, bietet die
Softshelljacke e.s.motion mit warmem Steppfutter, Thermoreflektor-Zone im Rücken und robusten CORDURA®-Verstärkungen an beanspruchten Stellen wie Brusttasche und Ärmel zusätzlichen Schutz gegen Kälte und Verschleiß durch Dachziegel oder Schiefer.
- Die
Winter Softshelljacke e.s.motion 2020 ist eine gefütterte Variante mit Unterarmbelüftung – praktisch, wenn körperliche Anstrengung beim Dachdecken für Wärme sorgt, die Außentemperatur aber winterlich bleibt.
UV-Schutz und Kopfbedeckung
Dachdecker arbeiten oft in der prallen Sonne –
UV-Schutz ist daher unverzichtbar. Arbeitsshirts mit UV-Schutzfaktor und atmungsaktivem Gewebe wie das
Funktions T-Shirt UV e.s.trail reduzieren diese Belastung, ohne bei Hitze zusätzlich aufzuheizen. Mit langen Ärmeln schützt das
e.s. Funktions Hoody-Longsleeve UV und trägt sich dabei leicht auf der Haut, dank des atmungsaktiven und schnelltrocknenden Materials.
Kopfbedeckungen sind an heißen Tagen unverzichtbar auf dem Dach. Eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz wie das
e.s. Funktions Cap UV deckt die Stellen ab, die beim Blick nach oben oder unten besonders exponiert sind. Besonders praktisch: Durch die drei Tragevarianten – angenähter Nackenschutz ausgeklappt, Nackenschutz vorne durch Klett verschlossen oder als normale Cap (Nackenschutz in Cap verstaut) – lässt sie sich individuell und je nach Situation anpassen.
Sicherheitsschuhe für Dachdecker: fester Halt und nicht kreidende Sohlen
Neben sicherem Halt und zuverlässigem Schutz ist eine weitere Eigenschaft bei Schuhen für Dachdecker besonders wichtig: Auf Dachziegeln sollten die Schuhe möglichst keine Abriebspuren hinterlassen und müssen zugleich auf nassen oder vermoosten Flächen guten Halt bieten. Ein Gummi-Spitzenschutz schützt den Schuh zusätzlich bei knienden Arbeiten und erhöht die Haltbarkeit des Obermaterials.
Gebräuchlich sind bei Dachdeckern vor allem die Schutzklassen
S3 und
S7. S3 steht für Sicherheitsschuhe mit Zehenschutz, geschlossenem Fersenbereich, Durchtrittschutz und profilierter, rutschhemmender Laufsohle. S7 ergänzt zusätzlichen Schutz gegen das Eindringen von Wasser bei längerem Kontakt mit Nässe.
Für das Dachdeckerhandwerk gibt es spezielle Modelle, die auf diese Anforderungen zugeschnitten sind. Dazu gehören die
S3 Dachdecker-Sicherheitsschuhe e.s. Erlangen mit rutschhemmender Gummi-/EVA-Sohle nach Rutschsicherheitsklasse SR sowie einer Gummi-Spitzenschutzkappe für kniende Arbeiten. Der
S3 Dachdecker-/Schwarzdeckenbauschuh e.s. Bayreuth bietet eine ähnliche Grundausstattung und zusätzlich eine feste Schnürung.
Im Schwarzdeckenbau gelten noch weitere Anforderungen. Hier sind Sohlen mit hitzeisolierendem Unterbau, gekennzeichnet mit HI, sowie eine Widerstandsfähigkeit gegen Kontaktwärme, gekennzeichnet mit HRO, besonders wichtig. Diese Eigenschaften schützen den Schuh bei Kontakt mit heißem Bitumen oder frisch verlegten Schweißbahnen. Zusätzlich verhindern feuerfeste Schnürsenkel und hitzebeständige Nähte aus Nomex®, dass sich Verschlüsse durch Hitze lösen. Ein normaler S3-Schuh ohne HI-Sohle und ohne hitzebeständige Materialien reicht dafür nicht aus. Beide oben genannten Modelle erfüllen diese Anforderungen und sind hitzebeständig bis ca. 200 °C, kurzfristig bis ca. 300 °C.